Angststörungen & Spezifische Phobien

Der Blick in die Tiefe: Die Neurobiologie der Akrophobie, visueller Höhenschwindel und das Cohen-AQ-Modell

Warum lösen Glasbrücken, Aussichtstürme oder Hochhausbalkone Schwindel, weiche Knie und den Drang zum Festklammern aus? Erfahren Sie alles über Akrophobie und evidenzbasierte Konfrontation.

21. September 2026 8 min read Deutsch

Sie stehen auf einer gläsernen Aussichtsplattform im 30. Stock. Obwohl das Sicherheitsglas meterdick ist, rebelliert Ihr Körper: Der Boden scheint nachzugeben, Schweiß bricht aus und Ihre Beine zittern wie Espenlaub. Das ist Akrophobie (Höhenangst).

Nach dem Modell von Dr. Daniel C. Cohen (Acrophobia Questionnaire AQ) und Brandt & Daroff beruht Höhenangst auf einem Konflikt zwischen Augen und Innenohr: Wenn optische Nah-Referenzen fehlen, interpretiert das Gehirn normale Schwankungen als tödlichen Kontrollverlust.

Das Phänomen 'L'appel du vide': Viele Menschen verspüren in der Höhe den beunruhigenden Impuls, springen zu können. Psychologische Studien beweisen, dass dies kein Todeswunsch ist, sondern ein überschießendes Überlebenssignal des Gehirns, das blitzschnell vor der Kante warnt.

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